Neue SZ-Serie:
„Eltern empfehlen ihre Kinder zur Bundestagswahl und zur Aufnahme ins
Bundeskabinett“
Leserbrief zu „Er ist ein Delphin im Haifischbecken“
in der SZ vom 15.07.2009, S. 5
Jede Kindergärtnerin, jeder Lehrer, jeder Hochschullehrer weiß
es: Es gibt einfach niemanden, der einen Menschen objektiver, freier von
Ehrgeiz und Wunschdenken beurteilen könnte als die eigenen Eltern. Sicher wird
das Weltblatt SZ daher die mit diesem Artikel begonnene Sommerlochserie „Eltern
empfehlen ihre Kinder zur Bundestagswahl und dem/der Bundeskanzler/in zur
Aufnahme ins Kabinett“ fortsetzen. Ich freue mich schon über den
Erkenntnisgewinn durch ganzseitige Interviews mit den Eltern von Angela Merkel,
Frank-Walter Steinmeier, Guido Westerwelle, Florian Pronold oder Ilse Aigner.
Sollte es darunter Eltern geben, die durch Krieg, Flucht oder einfach durch
ganz normale ökonomische Zwänge über weniger materialisierte Familiengeschichte
in Form von Familiensitz und gepflegter Tradition verfügen, die SZ wird bei der
Recherche sicherlich behilflich sein. Und es wird sich wohl herausstellen, auch
diese Menschen haben Vorfahren mit persönlichen Leistungen und Verdiensten.
Möglicherweise ist sogar in diesen Familien versucht worden, menschliche Ideale
durch Erziehung weiterzugeben und den Kindern eine gute (Aus-)Bildung zu
vermitteln. Sollte das schwerer gefallen sein als z. B. in der Familie
Guttenberg, umso verdienstvoller, wenn aus diesen Kindern trotzdem etwas
geworden sein sollte.
Noch schöner wäre es allerdings, wenn manche Eltern die von
Herrn zu Guttenberg viel gepriesene Demut so hoch halten würden, derartige
Interviews erst gar nicht zu geben.
Fabian v. Xylander
PS: Vielleicht hätte sogar ein Interview mit
den Eltern von Frau Ypsilanti – anders als die sonstige SZ-Berichterstattung –
ein positives Bild der Person gezeichnet. Aber ob so jemand überhaupt Vorfahren
und Familie hat?