Freie Wähler: Politik ja, Parteipolitik nein - Josef Niedermaier in Eurasburg
Eurasburg - Blasmusik empfängt die knapp 60 Besucher in der Franz-Ziegler-Halle. Harmonisch ist diese Musik - nicht auftrumpfend. Sie vermittelt Beisammensein, Gemeinsamkeit, Nichts-Böses-Wollen. Es ist eine Melodie, die zum Landratskandidaten der Freien Wähler, Josef Niedermaier, passt. Die örtlichen Listen, Gemeinsame Wählervereinigung (GWV) und Unabhängige Wähler (UW), haben ihn eingeladen, damit er sich präsentieren kann.
Sowohl Bürgermeisterkandidat Michael Bromberger als auch Niedermaier, der auch Tölzer Bürgermeister ist, stimmten in dieser Wahlkampfveranstaltung das Hohe Lied der Freien Wähler (FW) an: Politik ja, Parteipolitik nein.
Da passt es ins Bild, dass Niedermaier vor seinem Auftritt in die Klarinette blies. Den sanften Takt am Schalgzeug gab Michael Grasl, Münsings Erster Bürgermeister, vor. Die dunklen Tubatöne steuerten Alois Schuller und Josef Leis gemeinsam bei.
"Gemeinschaftlichkeit", "Zusammenarbeit", "konstruktiv": Das sind die Vokabeln, die bei der Veranstaltung immer wieder fallen. Das Zusammenspiel der Polit-Musiker ist dabei der Aufhänger: "Wie in der Musikkapelle gehört auch in der Politik die Bereitschaft zum Zusammenspiel dazu", sagt Bromberger. Eine halbe Stunde redet er über seine Vorstellungen von Eurasburg. Er gibt sich bodenständig, sachorientiert, und spricht auch unangenehme Themen an, wie die Wasserversorgung. Dabei wippt er im Takt mit dem rechten Fuß.
Das ist der Rhythmus, bei dem auch Niedermaier mit muss: Der FW-Sound vom Miteinander, nicht Gegeneinander. Keinen einzigen Namen seiner sechs Gegenkandidaten beim Rennen um den Chefsessel im Landratsamt nennt er. Dafür preist er den Tölzer Stadtrat als "hervorragende Mannschaft". Genau das geht ihm im Kreistag ab, weil seiner Ansicht nach - Stichwort Parteipolitik - die CSU-Mehrheitsfraktion kaum an Zusammenarbeit interessiert ist. Mit kurzen Sätzen und sparsamen Gesten präsentiert sich Niedermaier als Konsens-Mann, der findet, "dass man sich im Wahlkampf nicht gegenseitig weh tun soll". Harmonischer Schlussakkord: "Gemeinsamkeit ist das, was uns alle stark macht."
Weil niemand der Anwesenden - auch das gute Zureden von UW-Sprecher Peter Goepfert half da nichts - eine Frage an die Kandidaten stellen wollte, griffen Niedermaier und seine Kollegen wieder zu den Instrumenten. Was blieb vom Abend? Eine Eurasburgerin meinte etwas unschlüssig: "Schöne Musik." (von STEFAN MÜHLEISEN)
Quelle: Isar-Loisachbote, 15.02.2008