» Wirtschaftsforum des Landkreises
» Energie
» Ausbildungsplätze und Berufsschulen
» Internet-Versorgung
» Umwelt- und Naturschutz
» Tourismus und Naherholung
Der Landkreis muß seiner Verantwortung für die Entwicklung der heimischen Wirtschaft gerecht werden. Unser Ziel ist es, für die Landkreisbevölkerung Arbeitsplätze und berufliche Perspektiven vor Ort zu erhalten und auszubauen. Die Grundbedürfnisse müssen ortsnah gedeckt werden können. Dazu brauchen wir ein koordiniertes Vorgehen von Landkreis, Städten und Gemeinden bei Gewerbeansiedlung, Standortmarketing und Tourismusförderung.
Die ausgewogene Mischung verschiedener Branchen aus Industrie, Handwerk, Handel und Dienstleistungsgewerbe und ein breiter Mittelstand bilden in unserem Landkreis die Grund-lage für eine stabile und wenig krisenanfällige Wirtschaftsentwicklung. Die bäuerliche Land-wirtschaft ist Bestandteil der heimischen Wirtschaft und trägt Verantwortung für den Erhalt unserer abwechslungsreichen Kulturlandschaft. Die regionalen Vermarktungskonzepte sind im Interesse von Landwirtschaft und Verbrauchern auszubauen.
Klimawandel, Ressourcenknappheit, Schadstoffausstoß und Energiepreise zwingen uns, Energie so sparsam und so umweltschonend wie möglich einzusetzen. Dies ist globale, genau so aber auch eine lokale und damit kommunale Aufgabe.
Ein großer Teil unseres Landkreises dient dem Tourismus, aber auch der Naherholung für die Menschen aus der Landeshauptstadt. Tourismus ist ein grundlegender Wirtschaftsfaktor, der jedoch nur in dem Maße auf Dauer effizient sein kann, wie er nachhaltig mit dem Umgang von Umwelt und Natur gesehen wird. In diesem Sinne wollen wir mit unserer Politik dafür sorgen, daß die Bedürfnisse der Menschen die hier wohnen und arbeiten und derjenigen, die Erholung suchen, in Einklang gebracht werden können.
- Das Wirtschaftsforum des Landkreises, bisher ein lockerer Gesprächskreis ausschließlich so genannter Wirtschaftsvertreter, muß dazu genutzt werden, die Ausweisung von Gewerbegebieten und die Bemühungen um die Ansiedlung innovativer, zukunftsorientierter und umweltverträglicher Betriebe und Arbeitsplätze in den Kommunen zu koordinieren. Ein Konzept für ein gemeinsames Standortmarketing des Landkreises und seiner Städte und Gemeinden ist zu erarbeiten, denn die Auswirkungen auf Infrastruktur, zum Beispiel Abwasserentsorgung, oder Verkehrsanbindung, wie Straßen und öffentlicher Personennahverkehr betreffen zumeist nicht nur eine Gemeinde, so daß verbindliche Zielvorgaben gemeinsam erarbeitet werden müssen. Entscheidungen dürfen nicht alleine vom Gewerbesteueregoismus einzelner Kommunen geleitet werden.
- Das Wirtschaftsforum des Landkreises ist auszubauen. Die Kommunalpolitiker des Landkreises, der Städte und Gemeinden, der Regionale Planungsverband, die Wirtschafts- und Gewerbeverbände, der Einzelhandel, Arbeitsämter, Gewerkschaften, Bauernverband, Kirchen, Wohlfahrts- und Naturschutzverbände sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger sollen darin zusammenarbeiten. In Arbeitskreisen sollen verbindliche Ziele und Leitbilder für die regionale Wirtschaftsentwicklung erarbeitet werden.
- Wir werden regionale Vermarktungskonzepte für heimische Produkte im Interesse von Erzeugern, Handel und Verbrauchern unterstützen.
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- Wir stehen in den nächsten Jahrzehnten vor der Aufgabe, eine zukunftsfähige Energiepolitik zu entwickeln, die von Staaten und Kommunen alleine nur mit großen Mühen gestaltet werden kann.
Die „Energiewende Oberland – Bürgerstiftung für erneuerbare Energien und Energieeinsparung“ wird unterstützt. Das Ziel, die Energieversorgung im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen in 30 Jahren nicht nur vollständig durch erneuerbare Energien zu ermöglichen, sondern diese auch regional zu erzeugen, wird aktiv vorangetrieben. Dies hält Wertschöpfung im Landkreis und schafft somit neue Arbeitsplätze. - Der Energieverbrauch der landkreiseigenen Gebäude (Landratsamt, Schulen) muß fortlaufend optimiert werden: Wärmedämmung, Beleuchtung, Heizung (z. B. Kraft-Wärme-Kopplung) und Einsatz erneuerbarer Energien (z. B. Solarenergie, Hackschnitzelheizungen, Geothermie) müssen eingesetzt werden. Bei öffentlichen neuen Bauvorhaben sind gesetzlich vorgeschrieben erneuerbare Energien einzusetzen. Wenn die öffentliche Hand in Energieoptimierung investiert, kann das nur Vorbildcharakter haben.
- Die Kommunen sind bei ihrer Bauleitplanung darin zu unterstützen, ökologische Bauformen wie Niedrigenergiehäuser zuzulassen und effizientere Energieversorgung, z. B. Blockheizkraftwerke und Nahwärmenetze, vorzusehen.
In der Bauleitplanung ist es grundsätzlich zulässig, auf den allgemeinen Klimaschutz zielende Regelungen zu treffen. Durch die Aufnahme des „Allgemeinen Klimaschutzes“ und der Energieeffizienz in die Zielvorgaben des § 1 Abs. 5 und 6 BauGB 2004 haben die Gemeinden grundsätzlich die Befugnis erhalten, klimaschutzbezogene Regelungen zu treffen. Dies muß in den Kommunen und Landkreisen dringend umgesetzt werden. Die kommunalen Mitarbeiter sind bezüglich der Möglichkeiten der Bauplanung und Energieeffizienz zu schulen.
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- Der Landkreis setzt sich durch Öffentlichkeitsarbeit und Ausbildungsplatzbörsen für ein ausreichendes Angebot an qualifizierten Ausbildungsplätzen ein.
- Wir werden uns für den Erhalt eines breiten und qualifizierten Ausbildungsspektrums an den Berufsschulen Bad Tölz und Wolfratshausen einsetzen, weil nur die enge Zusammenarbeit zwischen Berufsschule und Ausbildungsbetrieben eine optimale Berufsausbildung garantieren können. Nur so kann die Wirtschaftsstruktur mit einer ausgewogenen Mischung verschiedener Branchen im Landkreis erhalten bleiben. Das vom Landtag beschlossene Konzept der so genannten Kompetenzzentren darf nicht zur Durchsetzung größerer Klassen und unzumutbar weiter Schulwege für die Auszubildenden missbraucht werden.
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- Die Versorgung mit zeitgemäßen Internet-Anschlüssen (z.B. DSL), vor allem in den ländlichen Gemeinden, ist teilweise immer noch nicht gewährleistet. Dies ist ein Wettbewerbsnachteil für dort ansässige Gewerbetreibende. Wir werden den Druck auf die Betreiber erhöhen, die Versorgung im ländlichen Raum entsprechend den Bedürfnissen der Bevölkerung zu realisieren.
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- Förderung einer konsequenten Zusammenarbeit von Betrieben, Landwirtschaft, Umweltorganisationen und Kommunen mit dem Ziel, die Qualität von Luft, Wasser und Boden für nachfolgende Generationen zu erhalten und zu verbessern.
Die Abteilung "Umweltfragen" im Landratsamt muß ausreichend personell besetzt sein, um eine optimale Beratung und Kontrolle zu gewährleisten. - Sicherung der ausgewiesenen Natur- und Landschaftsschutzgebiete sowie Erhalt von Biotopen u. a. durch Ankauf durch den Landkreis ist ein Beitrag zum Erhalt und Schutz gefährdeter Tier- und Pflanzenarten.
- Trinkwasser ist ein Lebensmittel. Deshalb setzen wir uns für die Beibehaltung der kommunalen Trinkwasserversorgung ein und lehnen die europaweit diskutierte Privatisierung ab. Unser Trinkwasser ist im europäischen Vergleich von hoher Qualität und in seinem Aufkommen gesichert und preiswert.
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- Wir werden uns für eine verbesserte Tourismusförderung im gesamten Landkreis einsetzen. Dies dient nicht nur dem Erhalt von Arbeitsplätzen in den unmittelbar von Tourismus bzw. Naherholung lebenden Betrieben, sondern mittelbar auch vielen anderen Branchen. Allerdings muß der Einsatz öffentlicher Gelder an Qualitätskriterien, wie Hotelklassifizierung, umweltgerechte Betriebe usw. gebunden sein.
- Die Erarbeitung eines Leitbildes für sanfte Tourismusentwicklung in Zusammenarbeit mit den Fremdenverkehrsgemeinden zur Definition verbindlicher Ziele bei der Entwicklung von Verkehr, Sport- und Freizeitangeboten ist zu fördern. Hierbei sollten auch Naturschutz-, Bauern- und Fahrgast-verbände mit einbezogen werden.
- Die Verkehrsberuhigung in Ausflugsgebieten ist durch Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs zu fördern. Gegebenenfalls müssen Zufahrtsbeschränkungen für den Individualverkehr in Betracht gezogen werden (Beispiel: Eng, Walchensee).
Der Ausbau und die Vernetzung der Radwege ist weiterzuführen. Bei Straßenneubau bzw. Straßensanierung sind Radwege einzuplanen. - Eine weitere Erschließungen für den Alpin-Skisport, einschließlich künstlicher Beschneiungs-anlagen lehnen wir ab. Mit Blick auf das sich ändernde Klima muß mit den betroffenen Kommunen über neue Konzepte im Wintersport beraten werden.
Die Beschränkung bzw. Reglementierung von Extremsportarten in ökologisch sensiblen Gebieten werden wir beibehalten.
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